Port Charlotte, Punta Gorda und North Port


Port Charlotte - nicht nur für Ruheständler


Um es gleich vorweg zu nehmen, wer "beach addicted" ist und jeden Tag an den Strand will/muss, der wird in der Region um North Port, Port Charlotte und Punta Gorda nicht unbedingt glücklich werden. 30 - 45 Minuten fährt man schon mit dem Auto bis man von Port Charlotte an die Strände von Boca Grande, Englewood oder Venice gelangt. Man kann mit seinem eigenen Boot die Fahrt zum Strand etwas attraktiver machen, aber auch dann braucht man gut eine halbe Stunde bis zum Golf von Mexico. Mit einer "Cigarette" geht es natürlich schneller, aber wer hat die denn schon im Stall.  

Kein Strand vor der Tür

Wenn man kein eingefleischter "Beach-freak" ist, dann kann die Gegen um North Port/Port Charlotte/Punta Gorda durchaus attraktiv sein. Es gibt auch dort schöne Ecken und die Preise sind moderater als in Sarasota oder Venice. Vielleicht wäre auch Americas First "Solar Town," die Babcock Ranch, zwischen Punta Gorda und Fort Myers gelegen, eine interessante Wohn-alternative.  Viel Natur, viele Seen und hauptsächlich von der Sonne inspiriert - der Strand ist jedoch eine Stunde Fahrzeit entfernt. 


Port Charlotte hat auch  erstaunlich viele Wassergrundstücke. Es gibt kilometerlange Kanäle, künstlich angelegt oder natürlich, mit oder ohne Zugang zum Harbor und damit zum Golf. Kanäle, die mit dem Charlotte Harbor verbunden sind, sind zumindest teilweise Tiefwasserkanäle, die für größere Segel- oder Motorboote geeignet sind. 

Location, Location

Die Lage, auf halbem Weg zwischen Sarasota und Fort Myers, ist außerdem genial für Anwohner, die ab und zu ins Stadtleben eintauchen möchten. Wer kulturelle Veranstaltungen liebt, der kann schnell in Sarasota oder Fort Myers zum Ziel kommen. Naturliebhaber kommen jedoch auch auf ihre Kosten. Kajak-fahren auf dem Myakka oder Peace River, oder Bootstrips auf dem Charlotte Harbor gelten durchaus  als "alternative Veranstaltungen."


Eine Relativ übersichtliche Gemeinde

Die eigentliche Port Charlotte Region ist mit 55,000+ Einwohnern  eigentlich recht "übersichtlich," wenn auch auf einer relativ großen Landmasse verteilt. Es gibt im Prinzip auch zwei Stadthälften, denn die Stadt wird durch die US 41 in zwei relativ gleichwertig Abschnitte zerschnitten. 


Der süd-westliche Teil von Port Charlotte  hat das Glück am Charlotte Harbor oder Peace River zu liegen. Dadurch gibt es eine ganze Reihe hochwertiger Wassergrundstücke, die jedoch für astronomische Preise gehandelt werden.  Zahlreiche Kanäle erlauben ebenfalls für mehr "Waterview." Der andere Teil Port Charlottes ist relativ "trocken." Große Abschnitte im Nord-Westen sind noch dünn besiedelt. Dort kann man noch günstig Bauland erwerben - wenn man derzeit keinen Wert auf Nachbarn legt. Aber das kann sich schnell ändern.

Kommerzielles Treiben

Alle kommerziellen Aktivitäten zieht sich entlang der US 41 oder dem Tamiami Trail, wie die sechsspurige Verkehrsader auch genannt wird. Darüberhinaus gibt es noch ein paar locale Hotspots, die hauptsächlich an der Autobahn liegen. Im Norden und Osten der Stadt verläuft diese Autobahn, die  Interstate 75. Über eine schlechte Verkehrsanbindung an den Rest der Welt kann man sich eigentlich nicht beklagen, zumal der regionale Flughafen in Punta Gorda seine Fühler weit in den Norden Amerikas ausstreckt. Die internationalen Flughäfen in Tampa, Sarasota und Fort Myers sind in 60 - 90 Minuten erreichbar. Miami ist schon ein drei-stündiger Trip. 

Port? Wo ist der Hafen?

Der Name "Port" ist zugegebenermaßen  irreführend. Zwar liegt Port Charlotte am Charlotte Harbor, aber ein Hafen ist das große Gewässer aber auch nicht. Charlotte Harbor ist ein großer Meerbusen in den zwei Flüsse, der Peace River und der Myakka River, münden. Der Gasparilla Sound gewährleistet den Zugang zum Golf von Mexico. Der Harbor hat zwar beachtliche Dimensionen, die aber im Grunde genommen nur zwei Dimensional sind. Die dritte Dimension, die Tiefe, lässt sehr zu wünschen übrig. Der Charlotte Harbor ist ohne bauliche Maßnahmen einfach viel zu flach für see-gehende Schiffe. In der Vergangenheit anscheinend niemand für die Entwicklung eines Hafens interessiert und eine Vertiefung der Gewässer forciert, was auf jeden Fall dem Naturschutz zur Hilfe kommt. 

Gasparilla Island hatte einmal einen kleinen Tiefwasserhafen für die Phosphat-Verschiffung, der war aber natürlichen Ursprungs.  Der Bau einer Eisenbahnverbindung von Port Charlotte zur Insel war damals, vor ca. 100 Jahren, billiger und einfacher als der Bau einer Fahrrinne. Somit blieb die schöne Natur erhalten und der Charlotte Harbor wurde ein Naturschutzgebiet. Nun ist es sowieso zu spät, denn der Sea Port Tampa hat die Gunst der Stunde bereits genutzt. Port Tampa Bay ist jetzt der wichtigste Handelshafen der Suncoast Region geworden.  Es werden dort aber nicht nur Container abgefertigt, auch Kreuzfahrtschiffe nutzen die Anlagen als ihren Heimathafen. 

Punta Gorda - Regierungssitz von Charlotte County


Punta Gorda ist der Regierungssitz 


Punta Gorda ist der Regierungssitz von Charlotte County. Jeder denkt, dass es Port Charlotte sei - ist es aber nicht.  Eigentlich ist es ja auch kein Problem, nur, viele Leute denken, dass jenseits der großen Brücke die  Welt zu Ende ist. Ist sie aber nicht, denn dort liegt eben Punta Gorda. Knapp 20,000 Leute leben hier und genießen den Florida Lifestyle. Ist es ein Ort für junge Leute? Wir wissen es nicht so genau, haben aber von jungen Leuten ( unter 20)  gehört, dass sie gar nicht erwarten können bis sie dort weg können. Verglichen mit Sarasota, Fort Myers oder Miami ist Punta Gorda natürlich ein "Altenteil," aber man kann wohl nicht alles haben. 

Der erste Europäer - Ponce de Leon

Historisch gesehen ist Punta Gorda eine der ältesten Niederlassungen in Florida. Nur die Calusa Indianer lebten in der Gegend von Punta Gorda bereits einige tausend Jahre bevor Ponce de Leon im Jahr 1521 in ihre Welt einbrach. Er war auf der Suche nach Gold und, angeblich, der  "Fountain of Youth" (eine Legende).  Beides fand der Europäer trotz gründlichem Suchen nicht. Die Möglichkeiten, die heutige Investoren dort sehen, sah Ponce damals nicht, denn Real Estate war nicht so sein Ding. Obwohl das nicht so ganz stimmt, denn als er ein zweites Mal kam brachte er Tiere und Pflanzensamen mit. Er hatte wohl durchaus etwas im Schilde. Die Calusas waren jedoch nicht auf neue Nachbarn eingestimmt. In einem kleinen Scharmützel fing er sich einen Pfeil ein und die spätere Sepsis beendete schließlich sein Leben vorzeitig. 


 Erst 300 Jahre später kamen dann die ersten weißen Siedler wieder zurück, um ihr Glück erneut zu versuchen. Investoren folgten, Developer reisten an und das "Schicksal" nahm seinen Lauf. Für die amerikanischen Ureinwohner war dabei leider kein Platz vorgesehen. Leider keine Ausnahme. Der Name "Ponce de Leon" ist aber noch überall zu finden. Ob diese Heldenverehrung berechtigt ist, mag dabei fraglich sein.

North Port

Die Stadt North Port ist eine neuere Entwicklung und hat mit der Geschichte des Landes nichts zu tun, denn es wurde erst in den frühen sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts aus dem Boden gestampft. Erst gab es nur Natur, dann wurden Kanäle und Straßen gebaut, dann die ersten Häuser. Rezessionen und andere Ereignisse hatten den Fortschritt immer wieder zurückgeworfen. Selbst 1990 war North Port immer noch eine seelenlose Anhäufung von Häusern. Erst in diesem Jahrhundert nahm die Entwicklung von North Port, die zum Sarasota County gehört, ersichtlich Fahrt auf. Vor einigen Jahren wurde die Stadt durch den Stadtteil "West Port"  erweitert. Eines Tages werden die Ports sich dann mit Wellenpark vereinigen und ein passables Stadtgebilde darstellen.